Das "globale Sportmarketing-Geschäft", so schwärmte noch vor genau einem Jahr Christoph P. Malms, Verwaltungsratspräsident der Schweizer Vermarktungsagentur ISMM (International Sports Media & Marketing), habe eine "rapide Entwicklung" genommen, ein Ende sei "nicht absehbar". Doch das könnte ganz schnell bevorstehen. Denn die ISMM samt ihrer wichtigsten Tochter ISL steht am Rande der Pleite. In der vergangenen Woche verweigerte der Zuger Konkursrichter Felix Ulrich einen Konkursaufschub, weil er keine "Aussicht auf Sanierung" sah, wie nach dem Verfahren erforderlich. Nun wird eine Beschwerde bei der Justizkommission des Obergerichts geprüft.

In die Bredouille kämen dann nicht nur die Gesellschafter, die Erben der Familie Dassler (die Gründer von adidas), sondern mächtige Sportverbände. An vorderster Front der Weltfußballverband Fifa, der die Vermarktung der Weltmeisterschaften 2002 in Japan und Südkorea und 2006 in Deutschland an die ISL vergeben hatte. Davon unberührt liegen die TV-Rechte beim Münchner Mediengiganten Leo Kirch. Auch wenn sich die Ballspiele in Fernost bisher nur schleppend verkaufen ließen, für den Fußball dürften sich schnell neue Interessenten finden. Anders beim Tennis. 1999 hatte die ISL für 1,2 Milliarden Mark die Rechte von der Tennis-Spielervereinigung ATP für zehn Jahre gekauft. Für Tennis aber interessiert sich inzwischen kaum jemand mehr.

Konkurrenten, wie die RTL-Group und der französische Pay-TV-Sender Canal Plus, die ohnehin ihr Sportrechtegeschäft bündeln wollen, können in Ruhe abwarten. Ein Sprecher: "Keiner schlägt die Tür zu."