Zum Wohle der Bürger und der öffentlichen Kassen arbeitet inzwischen fast jede Gemeinde an einem so genannten E-Government-Projekt. Das Ziel sind virtuelle Rathäuser, die es möglich machen, beispielsweise seinen Wohnsitz auf elektronischem Wege via Internet umzumelden - und das Auto gleich mit.

Die ehrgeizigen Pläne sollen nicht nur lange Warteschlangen auf den Ämtern verkürzen, sondern auch Verwaltungskosten senken. Schön wär's.

Weil "jede Kommune derzeit vor sich hin bastelt", warnt Jochen Baier von der Unternehmsberatung Mummert + Partner in Hamburg vor "Flickschusterei". Die Gemeinden und Bundesländer setzen nämlich auf vollkommen unterschiedliche EDV-Lösungen. Schon jetzt herrsche ein elektronischer Wildwuchs bei den Datensystemen. Eine spätere Vernetzung sei so fast unmöglich. Die Folge: Nachträgliche Soft- und Hardware-Umstellungen könnten viele Milliarden Mark verschlingen.