Die "tageszeitung" schaut nach China und beschäftigt sich mit der Reaktion auf US-Präsident Bushs tolpatschige Ankündigung, Taiwan im Konfliktfall mit allen Mitteln beizustehen: "Kalter Krieg in heißer Phase" ist der "taz"- Aufmacher aus der Feder des ZEIT-Asienkorrespondenten Georg Blume überschrieben.

Trotz aller Mühen der deutschen Unionsparteien, eher mit populistischen Politparolen auf die Titelseiten zu kommen als durch Affären - ihr Finanzskandal kocht immer wieder hoch. Nach dem fragwürdigen Auftritt von Ex-Schatzmeister Kiep in den letzten Tagen ist es heute eine Entscheidung des Frankfurter Oberlandesgerichts, die für Schlagzeilen sorgt: "Hessen muss CDU-Akten freigeben", berichtet die "Frankfurter Rundschau". Die "Süddeutsche Zeitung" sieht im Jahresbericht der Drogenbeauftragen der Bundesregierung Anlass zur Besorgnis: "Alarmierende Drogensucht Jugendlicher".

Wirtschaftliche Sorgen hingegen beherrschen die Schlagzeilen der "Welt" und des "Handelsblatts": "Benzinpreise treiben Teuerung auf Siebenjahreshoch", titeln die Berliner, während man in Düsseldorf eine weitere Fassette der weltweiten High-Tech-Krise beobachtet: "Handy-Flaute bremst Siemens".

Ostwind I: Frühlingsduft aus Tokio

Man merkt den Kommentatoren der heutigen Tagespresse die Freude darüber an, einmal etwas positiv bewerten zu dürfen: "Japans neuer Premier hat die Parteimaschine besiegt", schreibt Karl Grobe in der "Frankfurter Rundschau", "die langsam vor sich hin rostende Apparatur, die kaum mehr auf Touren zu bringen war und - wenn Bedarf entstand - immer dieselbe Art von Politikern hervorbrachte." "Ein so profiliertes Kabinett, wie Japan nun erhalten hat, gab es eigentlich noch nie", meint auch Andre Kunz in der "tageszeitung". Allerdings stehe der Mannschaft "richtige Schwerarbeit" bevor: "Die Wirtschaft wird das Hauptthema sein, und da muss die neue Regierung schnell einen gangbaren Weg für eine langfristige und echte Erholung aufzeigen. Außenpolitisch muss Japan sich nun entscheiden, ob es weiterhin im Schatten der USA als Duckmäuser dastehen oder in den nächsten Jahren eine aktive Rolle in der Friedenssicherung Asiens spielen will."

Ostwind II: Ein Hauch von Tschernobyl

Fünfzehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe sind es wieder unerfreuliche Neuigkeiten, die uns aus Kiew zugetragen werden. "Der Sturz des Ministerpräsidenten Juschtschenko ist mehr als ein parlamentarisches Zwischenspiel oder Mißgeschick", urteilt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Hinter der reformfeindlichen Allianz, die den ukrainischen Premier zu Fall gebracht hat, sei der Druck Moskaus zu spüren: "An die Stelle staatlicher Expansion und imperialistischer Ideologie tritt in Moskau zunehmend das Streben nach unternehmerischer Hegemonie. Russische Energiemonopolisten greifen gerade in diesen Monaten nicht nur im Inland in fremde Branchen ein, sondern auch weit nach Ostmitteleuropa aus [...]. Die Ukraine liegt da im Glacis der Moskauer Strategen."