Rehberg: Schönen guten Morgen.

Meurer: Wie fanden Sie denn gestern Abend den Auftritt von Kiep?

Rehberg: Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der Auftritt gestern Abend, im Speziellen aber insbesondere das Verhalten von Herrn Leisler-Kiep eine Zumutung für die CDU und für die deutsche Öffentlichkeit ist. Ich gebe Angela Merkel vollkommen Recht, denn auch in ihrem Bericht ist ja deutlich geworden, woher das Geld stammt, das ja Kiep sehr generös mal ein bisschen aufgerundet hat auf eine Million Mark. Das konnte er gestern Abend auch nicht erklären und will es wahrscheinlich in vier, fünf oder in sechs Wochen dann dem Spendenausschuss, sprich der deutschen Öffentlichkeit und damit auch der CDU mitteilen. Insoweit ist das schon eine Zumutung.

Meurer: Haben Sie verstanden, warum Kiep die Million überwiesen hat?

Rehberg: Das habe ich nicht richtig verstanden, weil es ja auch sehr widersprüchlich war, nicht nur gestern Abend. Einmal sagt er, das ist mein eigenes Geld, versteuertes Einkommen, dann nimmt er an, Vermutungen verdichten sich, woher der Skandal kommt. Seine Handlungsweise ist mir nicht erklärlich. So etwas tut man eigentlich erst dann, wenn man auch aufgeklärt hat, woher das Geld kommt. Dann kann man demjenigen, der der Empfänger des Geldes sein soll, auch sagen, zu diesem Zweck überweise ich dir das Geld.

Meurer: Sollte es ein Parteiausschlussverfahren gegen Kiep geben?

Rehberg: Ich sage mal, wenn es sich wirklich bestätigen sollte, dass Herr Leisler-Kiep hier in seinem Handeln der CDU Schaden zugefügt hat, indem er einfach Geld überwiesen hat, wo er selber bis heute nicht weiß, wo es herkommt, und uns damit - das hat Laurenz Meyer gestern Abend sehr, sehr deutlich gemacht und ich sehe das genauso - in der politischen Arbeit mehr als behindert. Wir haben ganz andere politische Themen zu behandeln, etwa die wirtschaftliche Lage. Dies ist mir viel wichtiger, als irgendwelchem Geld von Herrn Leisler-Kiep hinterherzuforschen.