"Oh, Gott!", höre ich Barbara sagen, "dann ist mein ganzer Schmuck weg."

Da bin ich mit einem Mal ziemlich wach.

"Ja", ruft meine Frau in den Hörer, "die Polizei! 110, den Notruf! ... Rührt nichts an!"

Beim Tatort klingt das irgendwie besser.

Den Kindern war erst nichts aufgefallen. Dann fand Katharina in ihrem Zimmer eine leere Schublade von Barbaras Frisierkommode. Im Erdgeschoss das zersplitterte Gästezimmerfenster.

In der nächsten Stunde müssen wir viel telefonieren zwischen der Ostsee und Hamburg. Wellen von Panik: die alten Gläser in der Vitrine! Kameras, der Videorecorder, Computer! Noch ein Anruf: "Was ist mit dem Tresor? Fehlen Bilder?"

Doch der Einbrecher (zuerst stellte ich mir zwei Täter vor; inzwischen sprechen wir nur noch im Singular: "der Gauner", "der Kerl") ist zielstrebig vorgegangen. Er hat Geld und Schmuck gesucht, sonst nichts. Hat zuerst in der Küchenablage nachgesehen, ist ins Arbeitszimmer gerannt, zur Schreibtischschublade links oben. Dann ins Schlafzimmer. Erst die Nachttische, dann die Kommode. Zuletzt hat er eine unverdächtige Umhängetasche gesucht, um die Beute abzutransportieren: Barbaras Schmuck, kein Geld.