In der Baubranche hat Silvio Berlusconi als Unternehmer angefangen, groß wurde er in den siebziger Jahren mit Satellitenstädten - und hier legte er auch den Grundstein für seine Medienmacht. Die erste Retortenstadt Brugherio entstand weit außerhalb des Mailänder Stadtzentrums, abgelegen von allen Kinos. Also gründete Berlusconi - exklusiv für seine Bewohner - den Kabelkanal Telemilano. Nach und nach kaufte er weitere ialienische Stationen und verfügte bereits 1979 über ein flächendeckendes Fernsehnetz.

Im Jahre 1983 übernahm Berlusconi dann den Sender Italia Uno, im Jahr darauf Rete Quattro. Zwei Drittel der italienischen TV-Werbung liefen nun in seinen Kanälen, die Einschaltquoten kamen denen des Staatsfernsehens nahe. In den Folgejahren beteiligte sich Berlusconi an Medienunternehmen unter anderem in Spanien, Frankreich und Kanada. In Deutschland hat er sich mit der Münchner Kirch-Gruppe verbündet.

Heute ist Berlusconis Holding Fininvest das größte Medienhaus Italiens, ihr Wert wird auf umgerechnet 55 bis 60 Milliarden Mark geschätzt. Kaufhausketten und Finanzgesellschaften gehören dazu, ebenso die größte Werbefirma des Landes, Publitalia, Filmproduktionsfirmen, der Fußballverein AC Mailand und verschiedene Hockey-, Volleyball- und Rugby-Clubs, außerdem die Verlagshäuser Elemond, Einaudi, Sperling & Kupfer. Über den Verlag Mondadori kontrolliert Berlusconi auch Italiens größtes Nachrichtenmagazin Panorama.

Unter der Regie seiner Tochter Marina, die seit fünf Jahren Vizepräsidentin von Fininvest ist, expandierte die Holding in den Bereich Neue Medien und lancierte unter anderem den Internet-Provider Jumpy.