Nahezu alles war früher einmal einfacher. In der guten alten Zeit konnten auch Kleinstgruppen etwas erreichen, wenn sie gut organisiert waren. Wir denken da besonders an die ZDF-Hitparade: Als über die Sieger der Heckschen Schlagershow noch per Postkarte abgestimmt wurde, konnten so genannte Fanclubs selbst die übelsten Schnulzensänger aufs Siegertreppchen schicken. Sie mussten nur einige Briefkästen füllen, und in der Woche darauf wurde ein neuer Star geboren.

Heute ist alles anders - und das meiste schwieriger. Die Hitparade gibt es nicht mehr, und die Schlagerstars von einst haben sich neue Erwerbsmöglichkeiten gesucht. Ein Sangeskünstler versuchte es zum Beispiel am Neuen Markt. Als Vorstandsvorsitzender der Firma Gigabell wirtschaftete er allerdings genau so gut, wie er vorher gesungen hatte, sein Laden ging deshalb Pleite. So gesehen ist es kein Wunder, dass sich das Phänomen Fanclub nun auch an der Frankfurter Wachstumsbörse etabliert. Eine Gruppe unerschrockener Anleger gründete in der vergangenen Woche die Aktionsgemeinschaft Metabox. Die Fans mit Unternehmergeist wollen für den arg gebeutelten Hersteller von Set-Top-Boxen werben und ihm mit privat bezahlten Finanzspritzen wieder auf die Beine helfen. Aber wie gesagt: Alles wird ... Sie wissen schon. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover gegen den Vorstand des Unternehmens wegen des Verdachts der Kursmanipulation und des Kapitalanlagebetrugs.

Wir von Per Saldo verfolgen solche Entwicklungen mit Interesse und visionieren: Vielleicht können wir über die Kurse unserer Aktien einfach per Postkarte abstimmen. Die Metaboxer können schon mal anfangen, zu schreiben ...