Die Spots, die von den Werbetreibenden an die Sender gegeben werden, müssen technisch in Ordnung sein, und dazu gehört, dass sie einen bestimmten Lautstärkepegel nicht überschreiten dürfen. So gesehen ist also alles in bester Ordnung.

Nur hat der absolute Spitzenpegel nicht viel mit der empfundenen Lautstärke zu tun: Ein Spielfilm, in dem ein Schuss fällt und ansonsten geschwiegen wird, hat den gleichen Spitzenpegel wie ein Werbespot, in dem die ganze Zeit ein Musik-Jingle im gerade noch erlaubten Dezibel-Bereich dudelt. Der wichtigste Trick der Werbeleute ist die so genannte Kompression: Dabei werden die lauten Passagen eines Spots gedämpft und die leisen angehoben, was subjektiv lauter wirkt.

Die Zeitschrift Hörzu hat vor einem Jahr einmal bei den größten Sendern nicht die Spitzenwerte, sondern die durchschnittlichen Pegel von Werbung und Programm verglichen. Ergebnis: Die Werbung war um bis zu 140 Prozent lauter, und zwischen den Sendern gab es erhebliche Unterschiede. Bei RTL zum Beispiel hob sich die Werbung kaum vom Programm ab. Das mag am Programm liegen - aber vielleicht gibt es bei RTL auch menschenfreundliche Tontechniker, die die Werbung einfach leiser drehen. Christoph Drösser

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