Das beste Restaurant der Stadt liegt im Park und heißt nicht überraschend Parkheuvel, Parkhöhe. Ein moderner Pavillon, von wo aus man gleichzeitig auf das Essen und die Schiffe gucken kann wie an der Elbchaussee in Hamburg. Das Essen ist exzellent. Es wird gekonnt gewürzt, und die Garzeiten bei Fisch und Hummer sind exakt.

An diesem Eindruck ändert auch die ältere Dame am Nebentisch nichts, die zum Essen eine dicke Havanna raucht und entschlossen den Inhalt von Salzfass und Pfeffermühle über ihrem Teller entleert. Die Küche im Parkheuvel ist großzügig und trotzdem leicht; sie folgt gottlob nicht der bei unseren Köchen so beliebten Mode, bei der Fischfilets, "an der Haut gebraten" werden, als wäre dieser Unfug ein Vorzug. Dafür wird das Seezungenfilet pochiert und mit einer originellen Wirsingroulade serviert, als weitere markante Beilagen waren ein in Crêpe eingeschlagener Kräuterrisotto bemerkenswert und zum Hummerragout eine Brandade mit Kartoffelpüree.

An diesem Punkt des Menüs angekommen, hatte mich der Küchenchef Cees Helder längst überzeugt. Danach kam aus der Küche noch ein süßes Finale, das endgültig keinen Zweifel daran ließ, dass hier im Parkheuvel eine großartige Küchenbrigade am Werk ist, wie sie leider nicht überall existiert, wo ein Küchenchef sich als Kreativer feiern lässt.

Für eine Hafenstadt ist der Multikulti-Effekt eher normal als befremdend. Dennoch bietet Rotterdam auch in dieser Hinsicht Exotik pur. Nicht nur wegen der vielen asiatischen Restaurants, sondern weil man, zum Beispiel im Konmar Weltmarkt, frische Produkte aus aller Welt findet, dass einem die Augen übergehen. Da dieser globale Supermarkt vom Hotel New York zu Fuß zu erreichen ist, sollte man ihn nicht ohne große Einkaufstaschen aufsuchen. Vor allem asiatische Zutaten gibt es hier in allen Varianten, mit und ohne Glutamat, im Glas, im Karton oder sonst wie steril verpackt, wie es den Global Player gefällt.

Rotterdam ist eine große Stadt, Taxis sind selten, und die Gastronomie spielt in der Brasserie-und-Cafeteria-Liga. Öffnet aber (und das spricht gegen die "Hauptstadt") die Türen fast überall erst zum Abendessen.

Ob die vielen Museen mit ihrem Hausputz noch vor Saisonende fertig werden, bleibt abzuwarten. Doch bis die moderne Beton-und-Glas-Architektur auf den Müll geschmissen wird, werden wohl noch zehn Jahre vergehen.

Hotel New York Koninginnehoofd 1, Tel. 0031-10/439 05 00, Fax 0031-10/484 27 01, DZ ab 170 Gulden (153 Mark)