Sie kamen nachts. Die Potsdamer Polizei behauptete später, man hätte die vier Jugendlichen schon beobachtet. Bei ihrem Streifzug durch die Friedrich-Ebert-Straße fielen ihnen die rundlichen Weidenkörbe ins Auge - frisch bepflanzt mit Stiefmütterchen. Irgendwie muss den Jungen in diesem Moment klar geworden sein, dass ihrer Stadt etwas bevorsteht. Etwas, mit dem sie nichts anfangen können.

In der Märkischen Zeitung las sich der Vorfall anderntags so: Wie das Polizeipräsidium mitteilte, wurden in der Nacht zum Samstag etwa 15 bis 20 Kübel umgeworfen und die Blumen ausgerissen ...

Potsdam, du hast es schwer. Die Akzeptanz der Veranstaltung, so formuliert es ein Beobachter vorsichtig, könnte im Verlauf des Sommers doch noch wachsen. So recht freuen wollen sich die Potsdamer noch nicht auf das, was da auf sie zukommt. Einer, der sich nicht nur mit den Ausflugsschiffen auf den Havelseen auskennt, ist Thomas Kühn, Pressesprecher der Weißen Flotte. Er sieht es so: Einer, der gut verdient, gilt hier immer noch als verdächtig.

Von daher ist Initiative häufig behindert und misstrauisch beäugt worden.

Das soll jetzt anders werden, und dafür kommt die BuGa gerade recht.

Eröffnung: 21. April. Am Tag zuvor will der Kanzler selbst noch mal zu den Blumen sprechen.

Blühende Landschaften, dritter Versuch. Nach Cottbus (1997) und Magdeburg (1999) hat nun also die Brandenburger Landeshauptstadt die Chance ergriffen, mithilfe einer ebenso betagten wie überdüngten Leistungsschau des Zentralverbandes Gartenbau (ZGV) seine eigene Stadtplanung voranzutreiben.