Die Deutsche Bundesbank bekommt zu spüren, dass ihre Bedeutung mit der Einführung des Euro abgenommen hat. Die traditionsbewusste Institution muss jetzt erleben, dass ihr nicht einmal mehr das Bundesfinanzministerium gebührende Achtung entgegenbringt. Erst nachdem Finanzminister Hans Eichel auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt seinen Gesetzentwurf über den künftigen Aufbau der Bundesbank vorgestellt hatte, wurde auch die einst in ganz Europa geachtete, wenn nicht gar gefürchtete Notenbank über die Pläne unterrichtet - und das auch noch unter ferner liefen.

Unter dem Aktenzeichen VII A 1 - WK 1250 - 43/01 schrieb der zuständige Referatsleiter aus dem Finanzministerium zwar an das Kanzleramt, die Ministerien für Justiz und Wirtschaft sowie an die Präsidentin des Bundesrechnungshofs. Die Bundesbank als Hauptbetroffene fand sich auf dem Verteiler jedoch lediglich unter den "nachrichtlich" informierten Adressaten - noch nach den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und für die Belange von Behinderten. Mit dem geplanten Gesetz soll der Bundesbank eine neue Struktur verpasst werden, mit der sie "den derzeitigen und künftigen Erfordernissen" in der Europäischen Währungsunion "besser gerecht wird". Aus dem Schreiben erfuhren die Frankfurter Zentralbanker dann immerhin, dass sie den Entwurf des Gesetzes auf den Internet-Seiten des Ministeriums unter www.bundesfinanzministerium.de abrufen können.