Herr Jacobs, erste Frage: Was ist Glamour?

Es gibt eigentlich keine Definition von Glamour, für jeden bedeutet das etwas anderes, und das zu definieren ist im Grunde nicht möglich. Ich bewundere Frauen mit einem eigenen Stil, egal, ob sie darüber nachdenken oder nicht, ob sie billiges Zeug tragen oder Designermode. Selbstbewusstsein ist glamourös.

Gleichzeitig haben Menschen, die ihre Zerbrechlichkeit nicht verstecken, auch sehr viel Glamour.

Kate Moss sah ziemlich glamourös aus in Ihrer letzten Kampagne, wie sie mit Marc-Jacobs-Schuhen hinter einer Gitarre von Jesse Wood, dem Sohn von Stones-Gitarristen Ronnie Wood, auf dem Studioboden lag?

Wenn man weiß, wer man ist, und einen gewissen Stolz hat, sieht man immer gut aus. Egal, wie und wo man liegt - erst recht auf dem Studioboden von Jesse Wood.

Und wieso nahm Sofia Coppola in der vorletzten Kampagne die rote Marc-Jacobs-Handtasche mit ins Bett? Dann lief sie mit der Handtasche durch einen leeren Park und ließ sie neben einem Eichhörnchen an einem Brunnen liegen.

Alle Bilder, die Juergen Teller für mich gemacht hat, sind eigentlich Porträts von verschiedenen Mädchen oder Frauen, die ich entweder schon lange kenne, die ich außergewöhnlich, sexy oder eindrucksvoll finde. Sofia Coppola, Kate Moss oder Lisa Marie, Tim Burtons Freundin, sind alle sehr unterschiedlich. Da geht es um Persönlichkeiten und ihr ganz eigenes Ding, das sie alle machen. Der eigentliche Spaß an der Mode ist es, darzustellen, wie man sich fühlt.