Die französische Regierung will florierenden Konzernen Entlassungen aus ökonomischen Gründen erschweren und Sozialpläne teurer machen. Den Entwurf eines Gesetzes, das betroffene Arbeitnehmer schützen soll, stellte Arbeits- und Sozialministerin Elisabeth Guigou Mitte der Woche vor. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf zunehmende Sozialproteste im Land, die einer Entlassungswelle (Danone, Marks & Spencer, Valeo, Alcatel und andere) folgten. Nach dem Entwurf sollen gesetzlich vorgeschriebene Abfindungen erhöht, die Rolle des Betriebsrats gestärkt und Großunternehmen dazu verpflichtet werden, sozial verantwortlich zu handeln.

Dazu gehört vor allem die Pflicht, für die Fortbildung und Wiedereingliederung der Entlassenen zu sorgen. Unter einen besonderen Schutz will die Regierung Arbeitnehmer über 50 stellen. Aber zusätzliche Kosten sollen nur in Ausnahmefällen vom Staat übernommen werden. Die Unternehmen sollen auch Standorte in strukturschwachen Gegenden sichern.

Arbeitgeberpräsident Ernest-Antoine Seillière lehnt den Gesetzentwurf ab.

Dessen Auswirkungen hält er gleichwohl für gering, da die Zahl wirtschaftlich motivierter Entlassungen in den vergangenen Jahren abgenommen habe.