Mit dem Zorn seiner Kollegen lebt dieser Tage Didier Reynders: Belgiens Finanzminister legt seine Rolle als Chef der exklusiven Euro-Gruppe nämlich eher beredt als behände aus, und so vergeht kaum eine Woche, in der seine Kommentare zu Euro-Kurs oder Zinspolitik nicht für Schlagzeilen und Stirnrunzeln sorgen. Vorige Woche zielte Reynders besonders daneben, als er laut über ein baldiges Ende der Amtszeit von EZB-Präsident Wim Duisenberg grübelte. Seither ist der Belgier unten durch, zumal bei seinem deutschen Kollegen Hans Eichel.

Beweis gefällig? Als der Deutsche beim Treffen der Finanzminister der Europäischen Union im schwedischen Malmö am Samstag die Meldungen aus einer Pressekonferenz des Belgiers vom Vorabend studierte, entfuhr ihm spontan: "Das also sind die gestammelten Worte von Diddi Reynders."