Gefühlvolles Affenkino.

Auch Schimpansen lassen sich von Filmszenen zu starken Gefühlen rühren: Videoclips, in denen Affen vom Tierarzt eine Spritze verabreicht wird, empfinden sie als beängstigend, Filme über ihr Lieblingsfutter dagegen als erfreulich. Das zeigen Versuche der Affenforscherin Lisa Parr im Yerkes Regional Primate Center in Atlanta. Parr hatte drei Schimpansen darauf trainiert, mit einem Joystick auf einem Computermonitor Bilder auszuwählen, die fröhliche, ängstliche oder aggressive Affengesichter zeigten. Dann bekamen sie verschiedene Filme zu sehen und sollten diesen die Gesichtssymbole zuordnen. Einmütig klickten die Probanden dabei die negativ besetzten Grimassen an, wenn in den Videoclips ängstliche oder aggressive Artgenossen beim Tierarzt zu sehen waren. Aus dieser Übertragungsleistung schließt Lisa Parr, dass die Schimpansen tatsächlich Emotionen anderer Affen nachfühlen und darauf nicht nur reflexhaft reagieren, wie häufig behauptet wird.

Belüftetes Gehirn.

Über die vorübergehende Entfernung von Schädelteilen berichtete Bob S. Carter vom Massachusetts General Hospital auf dem diesjährigen Treffen der amerikanischen Neurochirurgen. Ist bei einem massiven Schlaganfall eine Hirnader verstopft, schwillt das Gehirn an und kann sich in seinem engen Knochengefäß nicht ausreichend ausdehnen. Viele lebenswichtige Hirnzentren werden zerquetscht, bis zu 80 Prozent der Patienten sterben. Beim Neurochirurgen Carter hingegen überlebten 25 von 29 Patienten mit belüftetem Gehirn. Drei Monate lang trugen die Betroffenen einen Helm, danach wurde ihnen das fehlende Schädelstück wieder eingesetzt. In der Zwischenzeit hatte der Chirurg die Knochenschalen in den Bauchhöhlen der Patienten zwischengelagert.

Qualität tut Not.

Ausgerechnet der Krebsmediziner Roland Mertelsmann, ins Gerede geraten wegen gefälschter Publikationen aus seiner Abteilung, betreibt "Qualitätsmanagement auf höchstem Niveau". Diese frohe Kunde teilt die Pressestelle der Universität Freiburg mit. Zwar wurde dem einstigen Gentherapie-Star erst kürzlich von einer Untersuchungskommission "fehlende Glaubwürdigkeit" und eine "grob fahrlässige Verletzung von Regeln guter wissenschaftlicher Praxis" vorgeworfen (ZEIT Nr. 11/01). Doch nun erfahren wir, in Mertelsmanns Abteilung seien alle Mitarbeiter damit beschäftigt, "in ihren Bereichen Stärken und Verbesserungspotenziale ausfindig zu machen". Derzeit werde "ein 60köpfiges Qualitätsteam auf die zweite Selbstbewertung Ende des Jahres vorbereitet". Wir drücken die Daumen.