Für eine Affäre würde der britische Geheimagent Andrew Osnard den Weltfrieden aufs Spiel setzen - es sei denn, es fände sich eine finanzielle Lösung.

Gehörnte Politiker stehen kurz davor, Osnard als biologische Waffe einstufen zu lassen, da versetzt London ihn nach Panama. Noriega ist seit ein paar Jahren vertrieben, der Kanal von den Amerikanern zurückgegeben worden. In Panama, hofft die Geheimdienstzentrale, erwartet selbst Osnard nur Langeweile. Doch gelingt ihm selbst hier die Inszenierung eines politischen Weltenbrands. Der Schneider von Panama, Harry Pendel geheißen, erweist sich als pleite und erpressbar. Für Geld und gute Worte infomiert er Osnard über die Umtriebe der so genannten silent opposition, die schon deshalb so stumm und verschwiegen ist, weil Harry sie nach dem Vorbild seiner einst gegen Noriegas Schläger kämpfenden Freunde Mickie und Marta erfunden hat. Der Schneider von Panama ist ein Agenten-Thriller von John Le Carré, der Amerikas Wunschträume verräterisch bedient: Als der von Folter und Gefängnis traumatisierte Mickie sich umbringt, glaubt Amerika nur zu gern an eine Rückkehr der Diktatur, den bevorstehenden Verkauf des Kanals an die Chinesen und rüstet sich zur Invasion. John Boormans Verfilmung steht dem Roman in nichts nach. Wie Geoffrey Rush als Harry Pendel pendelt auch der Film zwischen surrealistischer Komik und Beklommenheit. Der Bond-Darsteller Pierce Brosnan in der Rolle des Anti-Bonds Osnard ist ein Vergnügen für sich.