Die Firma Network Entertainment darf die Hinrichtung des "Oklahoma-Bombers" Timothy McVeigh nicht mit einer Webcam ins Internet übertragen. Das entschied ein amerikanisches Gericht im Eilverfahren. Die auf Voyeur-Web-Kameras in Toiletten und Umkleideräumen spezialisierte Firma hatte auf das Recht der freien Berichterstattung geklagt. Bezirksrichter John Tinder erklärte die Regeln des Bureau of Prisons für vorrangig, die Bild- und Tonaufzeichnungen bei Hinrichtungen verbieten.

25 Medienunternehmen, unter ihnen Anbieter von Computerspielen, werden von Angehörigen der Opfer des Littleton-Massakers auf mindestens fünf Milliarden Dollar Schadensersatz verklagt. Im April 1998 waren zwei Schüler schwer bewaffnet zur Columbine High School gezogen und hatten zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen. Ohne gewaltverherrlichende Videospiele und Filme wie Jim Carrol - In den Straßen von New York sei die Tat nicht möglich gewesen, heißt es in der Klage, die von der Witwe des Lehrers initiiert wurde. Zu den Lieblingsspielen der Täter zählte das Computerspiel Doom, in dem es darum geht, möglichst viele Gegner zu erschießen. Id Software, Hersteller von Doom, ist nicht von der Klage betroffen, soll jedoch dazu gebracht werden, das Spiel in den USA nicht mehr an Minderjährige zu verkaufen.

Die Peace-, Love- und Linux-Happiness-Kampagne von IBM (die ZEIT berichtete) kann zu einem gerichtlichen Nachspiel führen. Die Computerfirma hatte in San Francisco Straßen und Gebäude mit Friedenszeichen, lächelnden Pinguinen und anderen Graffiti verzieren lassen. Weil sie dafür keine Genehmigung hatten, müssen die Werber nun 500 Dollar Strafe pro Motiv zahlen. IBM entschuldigte sich und beteuerte, die Malereien seien mit biologisch abbaubarer Kreide ausgeführt worden und sollten eigentlich bei Regen verschwinden. Nun haben sie jedoch mehrere Güsse überstanden und müssen manuell entfernt werden. IBM stellte derweil am Montag eine Version seines Betriebssystems AIX vor, die Linux-kompatibel sein soll. Erfüllt AIX5L die hoch gesteckten Erwartungen, haben einige Manager versprochen, sich ein Pinguin-Tattoo verpassen zu lassen. Ob dabei abwaschbare Tinte verwendet wird?

Detlef Borchers (online@zeit.de)