Wie bitte - Bilder von Sigmar Polke? Dem gefragtesten und publicityscheusten Künstler, den Deutschland zu bieten hat? Der bekannt dafür ist, lieber inkognito zu bleiben, als sich darzustellen im Kunstbetrieb? Dem nachgesagt wird, er überhöre Telefon und Klingel und beantworte Post nur selten, um unbehelligt in seinem Kölner Atelier zu produzieren? Immerhin, halbwegs regelmäßig hält er sein Publikum auf dem Laufenden über das, was er soeben ausgetestet hat. Polke ist ein Experimentator sondergleichen: So hat er alltagstaugliche Dinge vom Schokokeks bis zum Plastikeimer gesprayt, Pin-up-Fotos oder Interieurs flächig plakativ gemalt oder in Rasterpunkte aufgelöst, bunte Geschirrtücher in zahllosen Varianten zu riesigen Puzzles versammelt

mit grafischen Reproduktionstechniken laboriert er, mit unerprobten Farbstoffen und Chemikalien. Stillosigkeit ist das Stilprinzip von Sigmar Polke. Ein Alchemist, der sich mit handlichen Kunstbegriffen kaum belegen lässt. Unser Bild zeigt einen Jeep, 1992 aus Kunstharz gefertigt. In seine jüngsten Stoffbilder hat er Oberhemden und Hosen eingearbeitet sowie vor Glück strotzende Kinder und mit Regenschirmen ausgerüstete Maikäfer durch bunte Szenen ziehen lassen. Passend zur Jahreszeit, frühlingsfrisch. 60 Bilder hat der 60-jährige Polke für Dänemark zusammengestellt, die einen Überblick über sein Werk zwischen 1963 und 1999 geben.

Bis 29. Juli. Louisiana, Museum of Modern Art, DK-3050 Humlebaek, Do-Di 10-17 Uhr, Mi 10-22 Uhr, Eintritt 60 dänische Kronen. Internet: www.louisiana.dk