Hell ist es im obersten Stock des Lazarus-Hauses, dort, wo das Hospiz liegt - auch an trüben Tagen. Die 16 Einzelzimmer sind hintereinander in einem Gang aufgefädelt, dazwischen liegt das gemeinschaftliche Wohnzimmer.

Wenige Hospizbewohner schaffen es, ihr Mittagessen dort am Tisch einzunehmen.

Nur drei Patienten sitzen hier. Viele sind zu schwach, andere wollen alleine sein. Wie die 51-jährige Krebskranke im zweiten Zimmer hinter dem Gemeinschaftsraum. Sie will nicht, dass sich jemand zu ihr ans Bett gesellt.

Sie fühlt, dass sie schwächer wird, sagt Pflegedienstleiter Dieter Geuß.

Sie weint jetzt viel. Die Türe zum Gang soll aber offen stehen. Tag und Nacht. Und auch das Fenster einen kleinen Spalt breit.

Nur ein Zimmer weiter steht eine brennende Kerze vor der verschlossenen Türe.

Wenn jemand im Hospiz stirbt, wird ein Licht vor dessen Türe gestellt. Als Symbol, dass wir des Toten gedenken, erklärt Pfarrer Wolfgang Weiß, Leiter des Berliner Lazarus-Hospizes, in seinem Büro. Knapp zwei Monate hat Elenore Schulz in diesem Hospiz verbracht, bevor sie am frühen Morgen des Ostersonntags verstorben ist. Dieter Geuß war der Hauptbetreuer der 64jährigen krebskranken Frau. Er hat gemeinsam mit einer Kollegin Frau Schulz am Morgen gewaschen und angezogen. Am Vormittag kam dann ihr einziger Sohn.