Ihr Artikel hat mich sehr bereichert und zum Nachdenken angeregt. Leider bieten Sie nur einen Ausschnitt der Thematik, und es ist schwer, von Rheinhausen auf das Ganze zu schließen.

So vermute ich, dass das Thema Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland ein völlig anderes Gesicht hat und nicht mit der in Ihrem Artikel dargestellten Situation verwechselt werden darf. Dort fehlen tatsächlich Arbeitsplätze.

Während es im Ruhrgebiet problemlos möglich ist, einen angenehmen Job für 16 Mark pro Stunde auch für Nichtqualifizierte zu finden, kann man im Osten des Landes froh sein, von einer Zeitarbeitsfirma für 11 bis 12 Mark vermittelt zu werden.

Thomas Koch, Dortmund

Es gibt kein Recht auf Faulheit - auch nicht für Gerhard Schröder. Wenn sich die Arbeitsmarktzahlen nicht wie gewünscht entwickeln, so sollte Herr Schröder die Schuld nicht nur bei den Arbeitslosen suchen, sondern auch seine eigene Regierungstätigkeit kritisch hinterfragen.

Im Koalitionsvertrag war angekündigt worden, den Zugang zur Selbstständigkeit im Handwerk erleichtern zu wollen. Dies ist bis heute nicht geschehen. Die Handwerksrechtler von Bund und Ländern haben sich lediglich in den "Leipziger Erkenntnissen" darauf geeinigt, Ausnahmebewilligungen zur Handwerksausübung nicht nur "engherzig" zu erteilen. Für die Betroffenen hat sich bis auf wenige Ausnahmefälle dadurch nichts geändert, und trotzdem hat Herr Schröder die Diskussion um den Meisterzwang in der Koalition für beendet erklärt.

Damit verhindert er das Entstehen von circa 500 000 neuen Arbeitsplätzen im Handwerk und riskiert den Verlust von weiteren 500 000 Arbeitsplätzen, die verschwinden werden, weil bei circa 50 000 Handwerksbetrieben kein Meister als Nachfolger gefunden werden kann.