Immer wieder hatte er Zeiten der Unzufriedenheit mit sich selber, besonders in der Jugend, aber auch noch als junger Mann. Da schrieb er zum Beispiel ins Tagebuch: Wer bin ich denn? Einer der vier Söhne eines Oberstleutnants a.

D., mit sieben Jahren verwaist, in die Obhut von Frauen und Fremden gekommen, habe weder eine gesellschaftliche noch eine wissenschaftliche Erziehung bekommen und bin mit siebzehn mein eigener Herr geworden

ohne irgendein großes Vermögen und irgendeine soziale Position und vor allem ohne Prinzipien

Ein Mann, der seine Angelegenheiten aufs schlimmste mißgeleitet hat, der seine besten Jahre ziel- und lustlos verschwendet hat und sich selbst in die Verbannung schickte, um seinen Schulden zu entkommen ...

Und weiter beschrieb er sich so: Ich bin häßlich, unordentlich und gesellschaftlich unerzogen. Ich bin reizbar, lästig für andere, unbescheiden, intolerant und schüchtern wie ein kleiner Junge. Ich bin fast ein Ignorant.

Was ich weiß, habe ich mir irgendwie selber beigebracht, stückweise, und es ist nicht viel wert. Ich bin unkeusch, unentschlossen, unbeständig, auf dumme Weise eitel und leidenschaftlich wie alle Charakterlosen. Ich bin nicht mutig, ich bin nicht methodisch, und ich bin so träge, daß meine Trägheit fast unüberwindlich geworden ist.

Aber dieses negative Selbstporträt des Fünfundzwanzigjährigen stimmt mit der Wirklichkeit in nichts überein. Zum Beispiel: Nicht mit sieben Jahren verwaiste er, sondern schon mit drei Jahren. Und er wurde von Hauslehrern immerhin so gut unterrichtet, dass er schon mit sechzehn Jahren eine der besten Universitäten des Landes besuchen durfte