als Markgraf von Brandenburg wird sie des Kurfürsten Flaggschiff sein.

In Holland hatte er gesehen, was Überseehandel einem kleinen Land einbringen kann: "Seefahrt und Handlung sind die fürnehmsten Säulen eines Estats, wodurch die Unterthanen beides zu Wasser, als auch durch die Manufakturen zu Lande ihre Nahrung und Unterhalt erlangen." Anfang 1681 schickt Raule die Fregatte Wappen von Brandenburg und die den Schweden weggenommene, kleinere Mohrian an die afrikanische Goldküste (das heutige Ghana). In Berlin wird das General-Kommerz-Kollegium in Admiralität umbenannt, der Kurfürst trennt die militärischen von den handelspolitischen Aufgaben, Raule hört: "Er solle sich mehr um die Oeconomie und die Seehandlung kümmern." Er tut es, sein Salär beträgt jetzt 400 Taler monatlich

das ist eine ziemliche Summe in einer Zeit, da ein brandenburgischer Soldat nach Abzügen für Brot und Montierung einen Thaler und acht Groschen erhält.

Sklaven sind ein gutes Geschäft

Im preußischem Pillau wird die heimgekehrte Mohrian gefeiert, etwa 100 000 Taler ist ihre Ladung wert. Außer Gold und Elfenbein bringt sie Verträge mit afrikanischen Häuptlingen über weiteren Tauschhandel und Niederlassungen mit.

Die Wappen von Brandenburg indes ist von den Holländern gekapert worden, sie geben sie erst nach langwierigen Verhandlungen heraus. Hatten sie denn 40 Jahre zuvor die Portugiesen von der Goldküste vertrieben, um jetzt die brandenburgische Konkurrenz zu dulden?

Berlin, den 7. März 1682. Es ergeht das "Edict wegen Octroyierung der aufzurichtenden Handelscompagnie auf denen Küsten von Guinea". Der Major, Kammerjunker und Kurfürstlich-Brandenburgische Gesandte Otto Friedrich von der Gröben, ein hoch gebildeter Weltenbummler, führt die Chur Prinz mit 32 und die Mohrian mit 12 Geschützen nach Afrika. Mit an Bord sind ein Fähnrich, ein Sergeant, zwei Korporale, zwei Spielleute und 40 "guthe gesunde Musquetiere von denen in Preußen stehenden Regimentern zu Fuße", auch zwei Ingenieure und eine Mannschaft ausgesuchter Handwerker: Barbiere, Schneider, Tischler, Schuster, Zimmermeister, Büchsenmacher, Schmiede, Maurer, Bäcker und Böttcher. Sie stellen die Besatzung der Kolonie, denn am 1. Januar 1683 hat von der Gröben "nahe bei Capo tres Puntas" mit "Pauken und Schallmeyen die Fahne auffgeholet", die mit dem roten Adler in weißem Feld.