Horst Klinkmann spottet. "Eigentlich", sagt er, "könnte ich heute gen Himmel fahren. Niemand würde mir den Eintritt verwehren." Horst Klinkmann spottet gern. Besonders dann, wenn er, der Rostocker Medizinprofessor, von seinen unablässigen Reisen erzählt, davon, wer ihn wieder einmal um Rat gefragt hat. Spott und Selbstironie bewahren ihn dann davor, sich allzu wichtig zu nehmen.

Heute erzählt er vom Papst und vom Patriarchen, von Johannes Paul II. und Alexej II. In Rom war er als einziger Deutscher Mitglied einer Ethikkommission, die sich im Herbst des Heiligen Jahres 2000 mit Bionischer Medizin auseinander zu setzen hatte. In Moskau ging's um eine deutsche Klinik für weltliche und kirchliche Hierarchen, um handfeste, vom jüngsten Besuch Gerhard Schröders noch geförderte Interessen der hiesigen medizintechnischen Industrie.

Dennoch bleibt Horst Klinkmann, fürs Erste jedenfalls, der Erde verbunden.

Und wie. Seit unserm ersten Gespräch vor ein paar Wochen ist er in Taiwan gewesen, in Ägypten, Mexiko, Österreich und sonst wo. Kongresse, Tagungen, Verhandlungen um medizinische Forschung, Technik und Wirtschaft hat er besucht und, in der Regel, geleitet. Sein Fachgebiet ist die innere Medizin, sind insbesondere Nierenheilkunde und künstliche Organe. Und: die Industrie, die alldem dient. Übrigens ist er in der Zwischenzeit auch in Schwerin gewesen, wo man ihm vergeblich angetragen hatte, das Wirtschaftsministerium zu übernehmen. Der weltreisende Mediziner nämlich hatte sich als Industrieansiedler in Mecklenburg-Vorpommern einen schönen Namen gemacht.

Gelegentlich ist Horst Klinkmann auch zu Hause. Wenn der Besucher dann mit ihm übers Land fährt, durch Rostock läuft, ihn mit den Leuten reden hört, kommt er sich vor wie ein Voyeur.

Eine Fahrt nach Teterow, in ein Städtchen südlich von Rostock. Hier ist der Mann geboren, hier wird er sein neuestes Werk vorführen, ein Biomedizinisches Technikum, verkoppelt mit der Neuansiedlung der gegenwärtig nicht vom Erfolg verwöhnten Plasmaselect AG, hergezogen aus München, über 100 Mitarbeiter.

Und, ganz frisch, mit German Carbon, einem Projekt der Fraunhofer-Gesellschaft, welche hier einen zweistelligen Millionenbetrag investiert hat.