Sie müssen keine Angst haben, dass ein kleiner Holzsplitter, den Sie sich in den Finger ziehen, in ein paar Jahren in Ihrem Herzen landet und Sie dann tot umfallen.

Fremde Partikel, die in unseren Körper eindringen, werden im allgemeinen eingekapselt. Es bildet sich also festes Gewebe um sie herum, diese Verhärtung bleibt dann meist an Ort und Stelle und kann dort Jahrzehnte verbringen.

Manchmal beginnt der Fremdkörper allerdings wirklich zu wandern. "Dabei geht es aber nicht um Meter, sondern allenfalls um Zentimeter", erläutert Professor Jakob-Robert Izbicki, Chirurg an der Hamburger Universitätsklinik. Oberflächliche Verletzungen wie Splitter pflegen auch eher nach außen zu wandern als nach innen. So kann es zum Beispiel passieren, dass Schrotkugeln nach längerer Zeit aus der Wunde herauseitern.

Gefährlich kann es dann werden, wenn ein Fremdkörper, etwa ein Granatsplitter, tief in den Körper eingedrungen ist. Der kann dann in der Körperhöhle umherwandern und tatsächlich irgendwann lebenswichtige Organe oder Blutgefäße bedrohen. Izbicki hat selbst einen Fall erlebt, in dem ein aus einer Kriegsverletzung stammender wandernder Granatsplitter das Herz eines Patienten verletzt hat - mit tödlichem Ausgang. Christoph Drösser

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