Zwickel: Guten Morgen Herr Lange.

Lange: Herr Zwickel, das Betriebsverfassungsgesetz wird nach Lage der Dinge heute verabschiedet. Ende gut alles gut?

Zwickel: Das kann man sicherlich so sagen, denn am Beispiel der Reform der Betriebsverfassung hat sich mal wieder gezeigt, dass die Arbeitnehmer von der Opposition, in diesem Fall von der CDU/CSU, nichts erwarten können und nur eine SPD-geführte Regierung bringt tatsächlich für die Arbeitnehmer mehr Rechte. Trotzdem: auch der jetzige Reformschritt schafft nicht das, was wir ursprünglich gewollt haben. Unsere Forderungen gingen, insbesondere was die Mitbestimmungsrechte betrifft, weiter. Ich will es einmal so bewerten und bilanzieren: Das Glas ist halb voll, was diese Reform betrifft, und wir werden weiter Druck machen müssen, dass in der nächsten Legislaturperiode dann weitere Mitbestimmungsschritte folgen. Klar für uns ist aber auch, ohne den Arbeitsminister Walter Riester hätte es diese Reform so nicht gegeben. Er hat sich wacker geschlagen. Er hat insbesondere die Angriffe der Wirtschaft abgeschlagen.

Lange: Trotzdem hatte man zwischendurch immer mal so den Eindruck, als ob der Draht zwischen der Regierung und den Gewerkschaften in dieser Frage nicht immer so ganz dick war. Sonst hätten Sie sich ja nicht von den Grünen zum Beispiel verraten fühlen können?

Zwickel: Das ist so. Unsere Vorstellungen, wie ich schon sagte, gingen vor allem was das Thema Mitbestimmung betrifft ein ganzes Stück weiter wie das, was die Regierung dann letzten Endes in ihre Vorlage aufgenommen hat und was jetzt beschlossen wird. Da gab es zum Teil natürlich auch heftige Diskussionen und da bleibt nicht aus, dass es dann auch Spannungen gibt. Aber ich denke, am Schluss muss man dann Bilanz ziehen, was ist tatsächlich umgesetzt worden im Rahmen dieses Prozesses. Da kann man glaube ich einen positiven Schnitt machen.

Lange: Da sagen Sie selbst auch, mehr war im Moment nicht drin?

Zwickel: Mehr war im Moment nicht zu erreichen.