Oder gerade doch? Ist es am Ende nicht gerade das sich schon deutlich abzeichnende Erfahrungsbild, das dazu führt, dass der Test so früh abgebrochen wird – so früh, dass man sich seinen vollen Ergebnissen gar nicht erst aussetzen muss. Wenn nämlich der Ausstieg der anderen Bischöfe dazu führt, dass in ihren angeblich kontinuierlich weitergeführten Beratungsstellen (freilich: ohne „Schein“ – da gerade soll ja die Kontinuität gebrochen werden) – dass also in ihren Beratungsstellen die Frauen in Konfliktsituationen kaum noch auftauchen, dass sie im Zweifel zu den von katholischen Laien organisierten „Donum Vitae“-Stellen gehen, dass also nur im Bistum Limburg wirkliche kirchliche Konfliktberatung stattfindet, dann ist es natürlich besser, man bricht das Experiment ab, bevor es die volle Beweislast trägt.

Winston Churchill hatte einmal gespottet, man solle keiner Statistik trauen, die man nicht selber gefälscht hat. Eben so weit will man hier gerade nicht gehen: Lasse eine Statistik, der du nicht glauben willst, gar nicht erst aufstellen… Dann brauchst du sie auch nicht zu manipulieren.

Eindeutig oder zweideutig? Eindeutiger wäre es jedenfalls gewesen, der Vatikan hätte seinen Standpunkt, wenn er ihn schon autoritativ gegenüber dem Bischof Kamphaus durchsetzen will, gleich zu Jahresbeginn durchgesetzt. So aber liegt über der angeblich eingeräumten Jahresfrist der tiefe Schatten der Zweideutigkeit – es war halt eine „Schein“-Lösung.

P.S.: Von wegen Urlaub: Die Leser der gestrigen Kolumne dürfen wenigstens insoweit beruhigt sein – es bleibt ihnen noch etwas Zeit, sich Bridgekarten, Schachfiguren und Mühlesteine zu besorgen. Erst am 13. Juli beginnt die kolumnenlose Zeit von vier Wochen und das Absacken der IQ-Quoten – und am 13. August geht es denn wieder weiter und wieder aufwärts. Sind das nicht gleich zwei Glückszahlen??

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