Ludwig Homann: Der Hunne am Tor Roman Haffmans Verlag, Zürich 2001 288 S., 39,- DM Deutsche Landschaft mit verstreuten Dörfern, versprengten Asylanten und verzweifelndem Held. Fridtjof Beese war in Homanns Roman Der weiße Jude ein Schüler, der zum Judas an seinem Freund wurde. Nun ist sein Leben fast vorüber, er schaut aus seinem Fenster auf die Friedhofsmauer. Dort langweilen sich "die Dunklen", wenn sie aus ihren Containern geflüchtet sind, im Hintergrund übt die Wehrkampfsporttruppe des Neffen. Homann erzählt eine düstere Geschichte über Menschen, die aus vielerlei Gründen auf der Flucht vor sich selber sind, wie er darin Lichtmomente verankert, macht eine spannende Lektüre.

Jón Kalman Stefánsson: Der Sommer hinter dem Hügel Roman aus dem Isländischen von Karl-Ludwig Wetzig BLT, Verlagsgruppe Lübbe, Bergisch Gladbach 2001 365 S., 16,90 DM Eine Gegend, in der immer der Himmel und der Wind und die Wolken und der Einfall des Lichtes viel Beachtung finden, weil auf den Wiesen und Feldern darunter so wenig los ist. Liebesgeschichten beginnen, wenn ein Range Rover über die Hügelkette kommt, oder mit Worten wie "Ich heiße Ólöf, Magnúsdóttir". Es riecht nach Gülle, hinter dem Schuppen werden die Alkoholleichen aufgereiht, in skurillen Episoden erzählt der Autor in diesen ersten beiden Büchern einer Romantrilogie von den großen Eigenheiten der Menschen im kleinen Island.