Die öffentliche Resonanz auf die Rentenreform der Bundesregierung war eher mäßig. Lange Zeit war deshalb ungewiss, ob die Prinzipien der Rentenreform auch noch auf Beamte übertragen würden. Im Gesetzestext zur Riester-Reform war das zwar verbindlich festgeschrieben worden. Aber je näher der Wahltermin rückte, desto mehr verließ Innenminister Otto Schily der Mut. Nun soll nach der Sommerpause doch noch ein Gesetzentwurf vorgelegt werden.

Vor allem die SPD-Fraktion drängte Schily und den Kanzler zu diesem Schritt.

Ihr Kalkül: Wütende Beamte mögen unerfreulich sein - aber es gibt eben sehr viel mehr Nichtbeamte als Staatsdiener. Und viele Mitglieder der Gesetzlichen Rentenversicherung wären zu Recht verärgert über eine Ungleichbehandlung.

Schließlich erreicht die Versorgungsquote bei Beamten nach 40 Dienstjahren im Durchschnitt 81 Prozent des letzten Nettoeinkommens, bei Arbeitern und Angestellten im öffentlichen Dienst sogar 91 Prozent. Das Rentenniveau hingegen liegt derzeit noch bei maximal 70 Prozent des Lebenseinkommens des Versicherten und wird durch die Rentenreform noch weiter abgesenkt.