Mit etwa 75 000 Berechtigten auf eine Entschädigung aus NS-Zwangsarbeit hatte man bei der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Genf gerechnet, inzwischen sind bereits 106 000 förmliche Anträge aus der ganzen Welt eingegangen. Mehr als 200 000 werden am Ende erwartet. Die IOM ist Ansprechpartnerin für NS-Zwangsarbeiter aus aller Welt, die unter keine der vor allem regional definierten Opfergruppen fallen. Im Gesetz über die Gründung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft wurde der IOM für Entschädigungen die äußerst knapp bemessene Summe von 540 Millionen Mark zugewiesen. Nun wird die Sorge formuliert, das bereit gestellte Geld könnte nicht ausreichen. In diesem Falle müssten sogar die Entschädigungsbeträge gestutzt werden. IOM-Sprecherin Marie-Agnes Heine warnt: "Es kann nicht sein, dass die IOM weniger an die Opfer auszahlt als andere Partnerorganisationen."

Für Michael Jansen, den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, bleiben das rein theoretische Überlegungen. Der Betrag von 15 000 Mark für KZ-Sklavenarbeiter werde auf keinen Fall angetastet, im äußersten Fall könne man an Umschichtungen zwischen den Partnerorganisationen denken. Jansen: "Aber davon sind wir noch weit entfernt.