Selten war es einfacher, schnell an Geld zu kommen. Banken helfen Kunden gern, wenn diese sich ihr Traumauto vor die Haustür stellen wollen. In eigenen Abteilungen vergeben sogar Warenhäuser unbürokratisch Konsumentenkredite, mit denen gleich gegenüber Hi-Fi-Anlagen oder Kücheneinrichtungen finanziert werden können. Doch dank der vermeintlich günstigen Angebote tappen viele Verbraucher in die Schuldenfalle.

Geliehenes Geld wird nämlich immer teurer - erst recht, wenn es für den Konsum ausgegeben wird. Seit der Zinswende im Herbst 1999 haben sich Banken und Sparkassen die klassischen Verbraucherdarlehen immer besser bezahlen lassen. Für einen Kredit auf Raten verlangen sie heute durchschnittlich fast elf Prozent effektive Zinsen, hat die Deutsche Bundesbank ausgerechnet. Vor nicht einmal zwei Jahren war es noch ein Prozentpunkt weniger.

Dabei ist die Spanne zwischen billigen und teuren Krediten gewaltig: Ein günstiges Angebot kann bei deutlich weniger als 9 Prozent Jahreszins liegen. Dagegen kostet ein überteuertes Darlehen fast die Hälfte mehr, nämlich knapp 13 Prozent. Der Unterschied ist beachtlich: Wer den Honululu-Trip mit Kind und Kegel für 20 000 Mark auf Pump finanziert, der kann bei fünf Jahren Laufzeit mehr als 2000 Mark Zinsen sparen - oder draufzahlen. "Besorgen Sie sich auf jeden Fall erst einmal eine Marktübersicht", rät daher Verbraucherschützer Arno Gottschalk aus Bremen. Eine Liste mit den besten Konditionen gibt es zum Beispiel bei den Verbraucherzentralen oder der Stiftung Warentest.

Nicht nur Darlehen für Fernreisen oder große Anschaffungen, auch der kleine Kredit kann teuer werden. Viel schneller als geplant ist oftmals derjenige sein Geld los, der mit Bank- oder Kreditkarten auf Einkaufstour geht. Verbraucherschützer haben herausgefunden, dass die Plastikkarte viel lockerer sitzt als das Geld im Portemonnaie. Per Karte werden bis zu 200 Mark in einen einzelnen Spontankauf investiert. Wer bar zahlt, für den liegt die Schmerzgrenze bei etwa 80 Mark und damit deutlich niedriger. Ist das Girokonto erst einmal im Minus, kostet der Überziehungskredit bis zu 13,75 Prozent jährlich. Wer den Finanzspielraum seiner Kreditkarte ausnutzt, kommt zwar etwas billiger davon, muss aber in der Regel eine Jahresgebühr für die Karte bezahlen.

Wie teuer ein Darlehen am Ende tatsächlich wird, verrät am ehesten der Effektivzins. Im Gegensatz zu dem niedrigeren Nominalzins - mit dem oft für vermeintlich günstige Kredite geworben wird - enthält er zusätzlich die fällige Bearbeitungsgebühr. Dennoch kann es weitere Kosten geben, die auch im effektiven Zins nicht enthalten sind. Die Palette ist im Einzelfall recht umfangreich und reicht von einer Kreditvermittlungs- oder Bürgschaftsprovision bis zu Bereitstellungszinsen oder Kontoführungsgebühren - am besten, man fragt ausdrücklich nach weiteren versteckten Kosten.

Auch Restschuldversicherungen werden beim Kreditabschluss gern verkauft. Sie sollen garantieren, dass der Schuldner die Raten auch tatsächlich zurückzahlen kann. "Auf jeden Fall verteuert eine Restschuldversicherung den Kredit", warnt Verbraucherschützer Arno Gottschalk. Obendrein springt sie meist nicht bei Arbeitslosigkeit ein - obwohl das der häufigste Grund ist, warum Schuldner ihre Raten nicht mehr bedienen können.

Keinesfalls sollten sich Kunden von ihrem Bankberater zu Krediten mit variablen Zinsen überreden lassen, sondern lieber einen festen Satz vereinbaren. Die Theorie der sich anpassenden Zinsen klingt zunächst simpel: Senkt die Europäische Zentralbank ihren Leitzins, senkt auch die Hausbank den privaten Kreditzins. Umgekehrt hebt sie ihn an, wenn die Notenbank ihren Leitzins hinaufsetzt. In der Praxis funktioniert das allerdings anders, hat die Bundesbank beobachtet: Demnach werden Zinserhöhungen grundsätzlich sofort, Zinssenkungen dagegen gar nicht oder nur mit großer Verzögerung an die Kunden weitergegeben. Von den Leitzinsänderungen profitieren auf diese Weise lediglich die Banken.