Sowohl Chinesen als auch Japaner haben Probleme mit unseren Konsonanten R und L - auf unterschiedliche Art. Im fonetischen Repertoire der Chinesen gibt es unseren Laut L. Außerdem existiert ein weiterer, der in der Umschrift mit R notiert wird, aber eher wie eine Mischung aus dem amerikanischen R und dem G in "genieren" klingt. Deshalb klingt es oft seltsam, wenn ein im Deutschen ungeübter Chinese Wörter mit R ausspricht.

Richtige Probleme haben aber die Japaner. Denn im Japanischen gibt es weder ein richtiges L noch ein richtiges R, sondern nur einen Laut, der dazwischen liegt - etwa so, als wenn man ein Zungen-R nur einmal anstößt. Japaner verwechseln daher ständig das L und das R in europäischen Sprachen. Das führt zu allerlei lustigen Ergebnissen: So erschien tatsächlich einmal in Japan ein germanistisches Fachbuch mit dem Titel Deutsche Riteratur. Ins Reich der Legenden gehört wahrscheinlich die Geschichte von dem Plakat, das während der amerikanischen Besatzungszeit nach dem 2. Weltkrieg in Tokyo zu sehen gewesen sein soll. 1952 wurde General Douglas MacArthur als möglicher Präsidentschaftskandidat der Republikaner ins Spiel gebracht. Auf dem Plakat soll gestanden haben: "We play for MacArthur's erection!" Christoph Drösser

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