Eine Frage blieb bisher ungeklärt: Was interessiert die @-Generation eigentlich? Über welche Probleme lässt sich denn überhaupt philosophieren?

Kant, Hegel, Schopenhauer und Nietzsche sind zwar nette Beiwerke und bilden auch in gewissem Maße die Grundlage für weitere Überlegungen, allerdings sind sie nicht mehr als Mittel zum Zweck, nicht wertvoller, als das Geld zum Lebensinhalt steht. Helge Schneider, Christoph Schlingensief, Michel Houellebecq, Thea Dorn, Benjamin von Stuckrad-Barre, Thomas D., Florian Illies und eventuell noch Serge Gainsbourg heißen die Inspirationsquellen, denen es tapfer zu widersprechen gilt. Das sind die Leute, die heute provozieren und nur darauf warten, dass man ihnen das Gegenteil beweist. Was interessiert, sind die Gegensätze zwischen der Spaßgesellschaft, der vermeintlichen Freiheit des Individuums und dem Meistern des Alltags.

Dabei geht es zumindest für den Großteil nicht darum, sich durch den Austausch der Gedankengänge sein täglich Brot zu verdienen, sondern die Freiheit, die Gedanken sprudeln zu lassen, ist eher Reaktion auf das Joch der Unmündigkeit, das vielen jungen Menschen durch die Generation der Alt-68er auferlegt wurde. Erfahrungen muss man selber machen

man muss aber auch die Chance dazu bekommen. Philosophie ist nonmaterieller Selbstzweck.

Und wozu dann Universitätsphilosophie? Genau das soll sie erreichen, was sie schon seit Urzeiten macht und was Ludger Lütkehaus ihr anzukreiden versucht, Philosophiegeschichte lehren und damit die Basis für viele weitere schöne Abende, Nächte und Wochenenden schaffen.

Ole Wilken, Saarbrücken