Eigentlich eine sehr gute Idee: Die Firma auf E-Commerce. Der brillante junge Programmierer Milo (Ryan Phillipe) lässt sich vom Großmogul der Computerbranche anheuern und entdeckt, dass in dessen Imperium totale Kontrolle und wortwörtlich mörderische Ausbeutung regiert. Der Konzern entpuppt sich als Moloch

auf dem Weg zur "digitalen Konvergenz" aller Kommunikationsmittel geht der Bill-Gates-Verschnitt Winston (Tim Robbins) über Leichen. Und weil die letzte Leiche ausgerechnet Milos Freund Teddy ist, sagt Milo seinem Boss den Kampf an - er wird eine Art Virus im Netzwerk seines Arbeitgebers. Indem Startup gewissermaßen den Tom-Cruise-Charakter aus Die Firma in einem Vorzeigeunternehmen der New Economy unterbringt, könnte der Film zum passenden Arbeitsplatz-Thriller dieser Tage werden. Das scheitert an zwei Problemen. Startup hetzt derart durch seine Story, dass nicht einmal Zeit für die Entwicklung von Thrill bleibt. Schlimmer aber ist, dass die Verantwortlichen um Regisseur Peter Howitt und Drehbuchautor Howard Franklin nicht zu wissen scheinen, in was für einer (Arbeits-)Welt ihre Geschichte eigentlich spielt. In der Ära flexibler Arbeitszeiten, der Verzahnung von Arbeit und Freizeit und der Corporate Identity braucht es keine Videokameras zur Kontrolle und maximalen Ausbeutung am Arbeitsplatz.

Schon gar nicht müssen wie in Startup Computerbildschirme abgefilmt (!)

werden, um Angestellte zu überwachen. "Wir können die Kultur verwandeln!", proklamiert der Schurke Winston einmal. Was Startup nicht weiß: Sie ist längst verwandelt worden.