Wollte man die Originalität des deutschen Films an der Originalität seiner Preisredner messen, man dächte düsterer noch, als man schon denkt. Als am vergangenen Freitag zum 51. Mal die Deutschen Filmpreise vergeben wurden, lautete einer der beliebtesten Sätze des Abends: "Billy Wilder hat einmal gesagt ..." Meist folgte ein wohl bekanntes Zitat. Die goldenen Worte schleppen sich von Gala zu Gala, ihrer Weisheit aber vermag kaum ein deutscher Filmemacher zu folgen. Für zwei Feierstunden wärmt man sich wenigstens an dem, was vom Jahre übrig blieb. Die innere Sicherheit von Christian Petzold erhielt den Filmpreis in Gold, Silber ging an Der Krieger und die Kaiserin von Tom Tykwer sowie an Hans-Christian Schmids Crazy. Uff. Die guten Filme reichen gerade für ein volles Siegertreppchen. Auch mit den Darstellerpreisen (an Katrin Saß und Moritz Bleibtreu) kann man zufrieden sein, ebenso mit den technischen Auszeichnungen. Aber unmittelbar jenseits der Preiszone beginnt bereits wieder die Steppe, wächst das Gestrüpp, ach was, es reicht weit hinein in den Saal. Wie konnte nur Gran Paradiso, ein Unkraut von Melodram, auf die Nominierungsliste gelangen? Was würde Billy Wilder dazu sagen? Alle Mann an die Zitatkanone - schlechte Werke sollen draußen bleiben.