Eigentlich stand Rakesh Bakshi als Chairman auf dem Programm. Die Eröffnungssitzung sollte er leiten bei einer internationalen Solarenergiekonferenz, für die der indische Industrielle und Windpionier eigens aus Delhi nach Berlin geflogen war. Doch die von Moderatoren erwartete Zurückhaltung auf dem Podium fiel dem grünen Maharadscha allzu schwer - genau wie in der Reportage aus Delhi und Tamil Nadu in Nr. 24 vom 7. Juni beschrieben (Er redet wirklich wie ein Wasserfall ...). Auch in Berlin platzte es bald aus Bakshi heraus: Ich schaffe es nicht, bloß zuzuhören!

Und er hub, Moderator hin oder her, an zum flammenden Plädoyer. Die 400 Zuhörer nahmen es mit Sympathie, denn den Vorreiter für umweltfreundliche Energien trieb weniger Eitelkeit als Passion. Und Bakshi versprühte Optimismus: Gerade in der Dritten Welt, wo der Energiebedarf ebenso kontinuierlich wie bedrohlich ansteige, biete die Nutzung von Sonne, Wind und Wasser Chancen! Der Eurosolar-Kongress, unterstützt von Unep-Chef Klaus Töpfer, erbrachte die Gründung eines World Council for Renewable Energies, dem auch Bakshi angehört und der sich für eine Internationale Sonnenenergie-Agentur einsetzen soll, nach dem Vorbild der Atomenergie-Agentur. Seine Erfahrung bringt der Inder zudem in eine Task-Force der G-8-Staaten ein - deren erster Bericht wird am 20. Juli beim G-8-Gipfel in Genua vorgestellt.