die zeit: Seit wann sagen Sie die Gäste zu Beginn jeder Harald Schmidt Show an?

nathalie licard: Seit 1997. Begonnen habe ich als Praktikantin. Damals konnte ich kein deutsches Wort. Ich habe in der Show Deutsch gelernt. 'arald kann gut Französisch, so hat er manchmal für mich übersetzt. Sie haben mich dann in die Zentrale gesteckt, wahrscheinlich, weil ich viel Humor habe. Ich dachte mir, die sind verrückt. Ich konnte nur sagen: "'arald Schmidt Show, guten Tag, Nathalie Licard", und dann haben mir die armen Leute alles Mögliche erzählt, aber ich habe nur Bahnhof verstanden.

zeit: Was haben Sie denn mit den Anrufern gemacht, wenn Sie sie nicht verstanden haben?

licard: Günther Jauch, zum Beispiel, lässt nicht seine Sekretärin anrufen, sondern macht das selbst. Weil er mir total unbekannt war, habe ich mir am Anfang einfach den Namen buchstabieren lassen. Eines Tages rief er an, weil er Gast in der Show war und noch sechs Karten brauchte. Aber für mich mit meinem Akzent ist er "Günther Joch", und ich erwarte, dass die Leute auch "Günther Joch" sagen. Und wenn man zu mir "der Jauch" sagt, versteh ich es nicht mehr. Darauf habe ich zu ihm gesagt: "So so, Sie wollen also sechs Karten. Und Sie glauben wirklich, dass wir noch so viele haben?"

zeit: Die Opener und die Werbespots vor der Show sprechen Sie aber mit stärkerem Akzent.

licard: Ach ja? Ich glaube, im normalen Leben sage ich nie das "H". Wenn ich 'arald rufe, sage ich nie "H-arald!", er würde mir einfach nicht antworten.

Aber vielleicht habe ich bei der Ansage mehr Akzent, weil ich langsamer, deutlicher sprechen muss.