Man nehme fünf Fahrräder, drei halb große Kinder, den Vater dazu plus Handgepäck. Kaum aus der Tür, geschieht Erstaunliches. Auf einmal ist es wieder da, dieses pure Unterwegsgefühl. Frei, ungebunden, mobil. Als ob man überall hinfahren könnte, wenn man nur wollte. Ein kostbares Gefühl, denn es schmeckt nach Weißt-du-noch, nach Jungsein und Rucksackreise. Es stellt sich niemals ein, wenn der Familienkombi vor Ballast durchhängt. Und wenn wir das geahnt hätten, wären wir nicht zum ersten Mal mit dem Fahrrad unterwegs.

Ein Test für Kommendes vielleicht, drei Tage - Uckermark. So heißt der nordöstliche Teil der Mark Brandenburg. Eine sanft hügelige Endmoränenlandschaft mit mehr als 400 Seen, Teichen, Sümpfen

mit wenig Industrie, nur dünn besiedelt und deshalb reich an Tier- und Pflanzenarten

mit rund 1000 Kilometern markierter Wege durch Wälder, über Wiesen, an Seen und Bächen entlang. Frieden mit der Natur verheißen die Prospekte

eine steinreiche Landschaft, wie geschaffen, sie per Fahrrad oder zu Fuß zu entdecken.

Mit dem Auto hin und dort Räder leihen? Nä! Für Kinder gibt's immer so Schrotthinken!, hatte die entschiedenere der Zwillingstöchter gemeckert. Wer zum elften Geburtstag gerade ein blaues 26er mit Kettenschaltung und Hörnern bekommen hat, der fährt nie mehr Schrotthinken, ist doch klar! Also war es entschieden: Bahn & Bike, besser Bikes - denn fünf an der Zahl sind eindeutig Plural, und beim ersten Verladen der sperrigen Dinger war das Null-Ballast-Gefühl denn auch kurz getrübt.

Am Hamburger Hauptbahnhof die glückliche Begegnung mit zwei erfahrenen Radreisenden. Sie haben die Fahrkarten profihaft um die Lenker geklebt, wissen, dass sich die Radabteile meist am Ende des Zugs befinden und wie man die Vorderreifen richtig in die Ständer einhängt. Schweißtreibend! Vor allem für Eltern.