Zur Anwendung der Nanotechnologie: "Im industriellen Bereich ist Deutschland vorn mit dabei. Wir haben sowohl erfolgreiche Start-up-Unternehmen wie Nanogate, das aus dem Institut für Neue Materialien in Saarbrücken hervorgegangen ist, als auch etablierte Mittelständler wie Omicron oder Nanosensors, die mit der Rastersondenmikroskopie gute Geschäfte machen. Auch die großen Konzerne sind dabei. Die Katalysatorentwicklung etwa, die in Deutschland eine lange Tradition hat, wird heute in vielen Bereichen ebenso wie die supramolekulare Chemie der Nanotechnik zugeordnet. Das Gleiche gilt für die Life-Sciences, die zum Zukunftsthema für viele Chemie- und Pharmaunternehmen geworden sind."

Zum Zusammenhang zwischen Mikro- und Nanotechnologien: "Kompetenz auf dem Gebiet der Mikrotechnologie ist eine zwingende Voraussetzung für den Erfolg in der Nanotechnik. Für die Mikroelektronik hat sich konsequente Miniaturisierung und Integration über Jahrzehnte als Erfolgsstrategie erwiesen, die zwangsläufig bei vielen Produkten in die Nanotechnik führt. Zum Beispiel: Automobilsensoren werden zu multifunktionalen Systemen mit einer immer größeren Zahl einzelner Funktionselemente, die mit ihren kritischen Abmessungen in absehbarer Zeit den 100-Nanometer-Bereich erreichen werden.

Firmen wie Bosch und Siemens gehören hier weltweit zu den Marktführern. Sie werden diese Position sicher auch dann halten, wenn sich die Mikro- zu Nanosensoren entwickeln - etwa bei oberflächenakustischen Bauelementen für die Reifenkontrolle."

Zur Notwendigkeit von Normen: "Auch in der Mikrotechnik gibt es bisher keine umfassenden Normen, und sie hat sich dennoch zu einem Multimilliardenmarkt entwickelt. Wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg sind nicht die Normen, sondern ist vielmehr die Definition von Schnittstellen. Für die Nanotechnik, die sich im Vergleich zur Mikrotechnik erst am Anfang ihrer Entwicklung befindet, gilt dies noch mehr."

Zur Angst vor Nanorobotern: "An die bösen Nanoroboter kann ich nicht glauben, aber ein Rest von Unsicherheit bleibt natürlich bestehen. Zu begrüßen wäre eine Studie, um die Möglichkeiten und Risiken der Nanotechnologie besser abzuschätzen - wie sie auch der Verein Deutscher Ingenieure bereits gefordert hat. Wenn man die Potenziale kennt, wird man auch die Risiken besser abschätzen können."