Die Weinkultur hatten die Römer ins Land gebracht, doch es waren später die romanisierten Treverer, die den Weinbau durch Kriege und Wirren hindurch vor der Vernichtung schützten. 117 n. Chr. wird Trier zur Hauptstadt der römischen Provinz Belgica prima. Bald darauf geht's drunter und drüber im römischen Imperium, dabei entsteht zeitweilig ein eigenes römisches Reich in Gallien, und der Sonderkaiser Postumus verlegt Galliens Hauptstadt von Lyon nach Trier. In jener Zeit kommen die ersten Christen; Mitte des 3. Jahrhunderts wird Trier Bischofssitz. Im Jahr 275 fallen die Franken und Alemannen ein. Von der Stadt ließen sie nicht viel übrig. Elf Jahre später dann kommen, unter dem Christenverfolger Diokletian, die Römer zurück. Von 293 bis 395 ist Trier eine echte Kaiserresidenz und erlebt, inmitten der Krisen des spätantiken Römischen Reichs, eine 100jährige Blütezeit.

In diese Zeit fällt auch die Lebensspanne des Dichters Decimus Magnus Ausonius (310-395), nach dem das bedeutende bordelaiser Chateau Ausone benannt wurde. Der römische Kaiser Valentinian der Erste rief den kleinen dicken Provinzdichter aus Burdigala in seine Kaiserresidenz nach Trier, damit er dort seinen Sohn Gratian erzöge. In Trier verfasste Ausonius im Jahre 317 ein 483 Hexameter langes Lobgedicht auf den Standort Mosel ("Mosella"). Es ist, alles in allem, ziemlich läppisch.

Die unbeschwerte Zeit endet blutig. In den Jahren nach 395 wird Trier von verschiedenerlei kriegführenden Patrioten mehrmals geplündert und angzündet. 475 gerät die Stadt mal wieder in die Hand der Franken. Auch sie machen erst allerhand kaputt, bevor sie sich dann doch für länger einrichten.

In jenen und in den nachfolgenden Jahrhunderten erwies sich der Klerus nicht nur im Weinberg des Herrn sondern auch auf eigenem Grund als äußerst fleißig. Der dem Moseltrinker wohlvertraute Lagenname "Juffer" bezeichnete im Mittelalter beispielsweise eine wohlhabende, unverheiratete Dame und weist, Historikern zufolge, auf weinproduzierende Nonnenklöster hin. Viele Besitztümer der Klöster waren Schenkungen. Etwa im Jahre 700 wird der heute noch berühmte Scharzhof, wie die Historiker annehmen, von Bischof Luitwin dem Kloster St. Marien als Gründungsgabe geschenkt. Im Jahre 768 tritt Karl der Große die Regierung an, und gerade seine Politik beruhte nicht zuletzt darauf, den Klerus mit Weingütern zu beschenken.

Nach der Aufteilung des Reiches im Jahre 843 giert Karls Sohn, Ludwig der Deutsche, nach der Provinz um Trier und anderen Teilen des Reichs. Er bekommt sie 870 auch (Vertrag von Mersen), aber Pech - 882 rauschen die Normannen heran, nicht ohne ihrerseits Trier ein weiteres Mal in Schutt und Asche zu legen. Chaostage.

Krieg, Kriege, noch mehr Kriege - und dennoch wird immer wieder Wein produziert, wenn dazu Gelegenheit war. Im Jahre 893 wird erstmals der Weinort Trittenheim urkundlich erwähnt, 966 der nicht minder berühmte Keller von Maximin Grünhaus (und zwar in einer Schenkungsurkunde Ottos des Ersten an die Abtei St. Maximin). Aus dem 11. Jahrhundert stammen die ersten Urkunden, die den Weinort Dusemond nennen (entweder nach dulcis mons oder nach einem in mehreren Urkunden erwähnten Amandus - man weiß es nicht so recht), und auf das 12. Jahrhundert geht das nach wie vor beeindruckende Weine produzierende Gut von J.J. Prüm zurück: der urkundlich Erstgenannte war Gerhardus Hermann Prüm (1169-1229). Im Jahr 1335 wird der Karthäuserhof von Eitelsbach (einen Steinwurf vom Ort Ruwer entfernt) den Mönchen der nahegelegenen Kartause bei Konz von Erzbischof Balduin von Luxemburg geschenkt. Vom "Eitelsbacher Karthäuserhofberg" stammen heute besonders filigrane, würzig-frische Rieslinge.

1561 wird eine Jesuitenschule mit zugehörigem Weinbesitz gegründet; als sie gut zweihundert Jahre später wieder aufgelöst wird, bleibt das ihr angeschlossene Friedrich-Wilhelm-Gymnasium erhalten, und es behält auch seinen Weinbesitz. Später ging Karl Marx auf diese Schule. Die Weine des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums sind auch heute noch empfehlenswert.