Schnittig sehen sie aus, die beiden Show-Cars im Museum Abteiberg in Mönchengladbach. Ihre Besitzer: Heinz Harald Frentzen und Nick Heidfeld, Weltstars der Formel 1 und Söhne der Stadt. Von der Rennstrecke in den Kunstdiskurs - manchmal geht so was schneller, als der Tacho zeigt. The two sons of Mönchengladbach nennt der thailändische Kunstnomade Rirkrit Tiranvanija seinen Boxenstop am Niederrhein (bis zum 9. September, www.abteiberginfo.de). Bekannt für seine ausgeprägte Dienstleistermentalität, offeriert er hier ein echtes Survivaltraining für die Kunst im Zeichen des gekonnten Zusatznutzens. Wenn sie schon sinnlos ist, dann sollte Kunst wenigstens satt oder einfach nur Spaß machen. Daher wurde bei der Vernissage kräftig gespielt, gegessen und getrunken

der Rest vom Fest bestückt nun das Haus und überrollt frech die institutionalisierten Werke. Frentzens Rennanzug ersetzt den Filzanzug von Beuys, Schaukästen mit Originalpokalen ironisieren dessen Klaviervitrine, und eine von zwei riesigen Spielrennbahnen überfährt die Platten von Carl Andre. So legt, ja stülpt sich die junge Kunst wie eine Matrix über den ehrenwerten Bestand und vernetzt ihn in null Komma nichts mit dem Zeitgeist. Doch am Ende dieser intelligenten Intervention sieht das Museum aus wie ein großes Spielzimmer, in dem nichts mehr eine Bedeutung hat, weil schon nach kurzer Zeit alles keinen Spaß mehr macht. Möglicherweise verheizt da gerade jemand sein eigenes Konzept. Ab an die Boxen, Mr.

Tiravanija, auftanken!