In jahrelanger Arbeit hat die Genfer Justiz den Fluss jener 256 Millionen Franc verfolgt, die der französische Ölkonzern Elf Aquitaine als "Provisionen" beim Kauf der Raffinerie Leuna zahlte. Die Schweizer Ermittler deckten dabei ein System von Unternehmen, Stiftungen und Off-shore-Firmen auf, das sie für eine "brilliant aufgebaute Geldwaschanlage" halten. Dieser Geldfluss habe offenkundig dazu gedient, "kriminelle Erträge zu verteilen".

Wer diese Spur nach Deutschland weiter verfolgt, glauben die Schweizer, könne auf "öffentliche Bestechung" stoßen. Das sollte, schreiben sie, "die Eröffnung einer Strafuntersuchung in Deutschland begründen". In Deutschland aber wird bis heute nur wegen des Verdachts der Geldwäsche und nur gegen Dieter Holzer ermittelt, den Herren des Millionenkarussells. Dieses Schaubild und weitere Beweisunterlagen zur Grundlage einer Ermittlung wegen des Verdachts der Bestechlichkeit deutscher Politiker zu machen, verweigern deutsche Staatsanwaltschaften standhaft.

Deshalb druckt die ZEIT exklusiv, was die Staatsanwälte hierzulande seit Monaten stoisch ignorieren und was in keine Ermittlungsakte Eingang gefunden hat. Die Erklärung dieses verwirrenden Geflechts von Holzers Stiftungen, Briefkastenfirmen und Treuhandgesellschaften sowie die Verdachtsmomente, die sich daraus ergeben, haben die Schweizer den Deutschen ebenso geschickt. Weil sich auch dafür keine Staatsanwaltschaft interessiert, hat die ZEIT diese 17 Seiten lange Erläuterung unter www.zeit.de/2001/28/leuna ins Internet gestellt.