Taupitz: Indem man Gesetze erlässt, die nicht jedes Detail regeln, sondern flexibel genug sind, auf neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu reagieren. Das Parlament ist sicherlich zu schwerfällig, um aktuellen Entwicklungen schnell Rechnung zu tragen, es kann nur den Rahmen vorgeben.

zeit: Wer sollte an seine Stelle treten?

Taupitz: Warum nicht einen Teil der Entscheidungslast auf andere Gremien delegieren, so wie ja auch Gerichte die Gesetze im Einzelfall konkretisieren.

Mit aktuellen Entwicklungen in der biomedizinischen Forschung sollten wir ähnlich verfahren. Die Leitplanken muss der Gesetzgeber setzen. Aber was sich dann innerhalb dieser Grenzen konkret abspielen darf, könnte man stärker als bisher an ein sachkundiges Gremium übertragen.

zeit: Käme der Ethikrat dafür infrage, oder schwebt Ihnen ein anderes Gremium vor?

Taupitz: Der Ethikrat wäre sicher nicht geeignet und auch nicht legitimiert.

Es müsste durch Gesetz eine Zulassungsbehörde eingerichtet werden, die entweder selbst über den nötigen Sachverstand verfügt oder sich ihn durch ein externes Beratungsgremium - etwa nach dem Vorbild der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit - verschafft.