Europa ohne Orden.

Brüssels Beamten fehlt das Selbstbewusstsein. Ihre hehre Mission, Gutes zu tun für den Frieden des Kontinents, ist erschüttert. Erst musste Jacques Santer abtreten, seither müht sich Romano Prodi vergeblich, die Stimmung in der EU-Zentrale zu heben. Schlimmer, Il Professore schürt neuen Frust. Nicht nur mit wirren Kommentaren zum irischen nøl! gegen Nizza, auch mit kleinteiligen Sparmaßnahmen: So verfügte Prodi, die bislang so wohlverdient wie wahllos verteilten Ehrenmedaillen für 20 Jahre Dienst an der europäischen Sache zu streichen fortan winkt eine blasse Urkunde nach erst 25 Lenzen.

Prompt und "nachdrücklich" protestierte die Personalvertretung. Dort bangt man um "das wertvollste Kapital der Kommission", als drohe der Eurokratie die kollektive Depression. Ach, Europa 2001: Die Münze kommt, die Medaillen gehen.

Nicht ins Kosovo.

Ein Hinweis zu unserem Artikel Branko zieht in den Krieg (ZEIT Nr. 27/01): Wir berichteten, dass in Aracinovo, also in Mazedonien, UÇK-Rebellen darauf bestanden, von Nato-Soldaten ins Kosovo gebracht zu werden. US-Soldaten eskortierten die UÇK-Leute in das Dorf Nikustak, eine ihrer Hochburgen. Das war korrekt, aber es hörte sich so an, als seien die Nato-Männer damit der Forderung der UÇK uneingeschränkt nachgekommen. Das stimmt nicht, denn Nikustak liegt nicht im Kosovo, sondern in Mazedonien.

Ausgezeichnet.

Der Deutsche Sozialpreis der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege geht in der Sparte Print in diesem Jahr an unseren Autor Mario Kaiser. Die Auszeichnung, die mit 10 000 Mark dotiert ist, gewann er für das ZEIT-Dossier Deutsch, aber nicht ganz (ZEIT Nr. 14/00). Mario Kaiser schrieb über die schwierigen Lebensumstände der Kinder von Aussiedlern am Beispiel der Stadt Lahr.