Die "Alkoholfahne", die man nach mancher durchzechten Nacht hat, besteht nur zum Teil aus Alkohol. Und dessen Geruch wird auch gar nicht als unangenehm empfunden. Hans-Joachim Pieper, emeritierter Gärungstechnologe von der Universität Hohenheim, erzählt, dass viele Menschen erstaunt sind, wenn sie zum ersten Mal an reinem Ethylalkohol schnuppern. "Der riecht richtig angenehm, manche denken sogar, dass da Zucker drin ist." Es sind andere Stoffe, die jedem alkoholischen Getränk sein charakteristisches Aroma geben - und deren Abbauprodukte auch für die weniger angenehmen Noten im Atem sorgen. Dabei geht es vor allem um Fuselöle (so heißen höherwertige Alkohole tatsächlich) oder gar schwefelhaltige Komponenten, die richtig faulig riechen können.

Pieper berichtet von persönlichen Erfahrungen mit Rum: "Da hat man eine irre Fahne, die mehrere Tage halten kann." Die "Fahne" ist umso weniger unangenehm, je reiner das konsumierte Getränk ist - im Idealfall sollte es nur aus Wasser und Ethylalkohol bestehen. Und Wodka ist der Schnaps, der diesem Ideal am nächsten kommt. Auch der Korn ist ein ziemlich "sauberes" Getränk. Aber selbstverständlich verrät auch der Atem eines Wodkatrinkers dessen Alkoholkonsum. Der Polizist bei der Alkoholkontrolle mag weniger angewidert sein von seinem Gegenüber - das Pusteröhrchen misst aber denselben Wert. Christoph Drösser

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