Doch an den Universitäten regt sich Widerstand. Eckart Olshausen, Professor am Historischen Institut der Universität Stuttgart, fürchtet um den Bildungsauftrag der Hochschule: "Hier sehen unsere Kulturminister die Möglichkeit zu straffen auf Kosten der Bildung. Wir haben das deutsche Qualitätsniveau und wir sehen keinen Anlass auf das amerikanische herunter zu gehen." Es sei ein Irrglaube zu denken, dass es in den USA ein Niveau von Bachelor und Master gebe. Etwa drei exzellente amerikanische Universitäten könnten mit einem Bachelor- und Master-Abschluss aufwarten, der höher zu bewerten sei als der deutsche Magister.

Olshausen fragt sich auch wo die Bachelor-Absolventen ihre berufliche Zukunft sehen könnten, da doch zurzeit schon die hochausgebildeten Magister-Absolventen auf der Straße sitzen. Frankenberg jedoch sieht die Chancen der Bachelor-Absolventen bei Banken oder Versicherungen. Universitäten, die den neuen Bachelor- und Master-Abschlüssen kritisch gegenüber stehen, drehe das Ministerium den Geldhahn zu, so Olshausen. Insofern sind die Hochschulen einem gewissen Zugzwang ausgesetzt. Die Universität in Stuttgart fügt sich teilweise. In der Politikwissenschaft wird man auf Bachelor und Master umsteigen.

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