Der britische Auslandskorrespondenten Andrew Gimson wundert sich, dass die deutsche Presse so wenig Zweifel an der Begründung Helmut Kohls für den Selbstmord seiner Frau hat. "Es gibt Berichte, nach denen sie in den letzten Monaten durchaus in der Lage gewesen zu sein schien, Tageslicht zu ertragen. Einer meiner Freunde sah sie erst kürzlich auf einem Spaziergang im Grunewald am Stadtrand von Berlin. Helmut Kohl selber machte einen Tag vor ihrem Tod Andeutungen über die nächsten gemeinsamen Sommerferien in Österreich. Nur der Stern traute sich anzumerken, dass die offiziellen Angaben zusammenhangslos seien. Außerdem wies er darauf hin, dass vor einigen Wochen, als Peter, der Sohn der Kohls, die Türkin Elif Sözen in Istanbul heiratete, Herr Kohl nicht mit seiner Frau erschien, sondern mit seiner Sekretärin Juliane Weber." Die "moralische Ernsthaftigkeit" der deutschen Presse gehe Hand in Hand mit einer "beinahe kriminellen Naivität, wenn es um die Berichterstattung über die Aktivitäten eines Machers wie Helmut Kohl geht, ein lächerlicher Wille, jemanden wie ihn in seinen Aussagen ernst zu nehmen, und einen Glauben, dass es geschmacklos und unprofessionell wäre, unangenehme Fragen zu stellen."

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Besprochen werden die CD "Hot Shots II" der Beta Band und Volker Koepps Film "Kurische Nehrung".

Hinzuweisen ist auch auf ein großes Gespräch, das Rolf Lautenschläger und Philipp Gessler mit dem Schweizer Architekten Peter Zumthor führten - der offensichtlich nicht gering von sich denkt: "Ich stelle für viele jüngere Kolleginnen und Kollegen so etwas wie eine Hoffnung dar, weil ich nicht einfach nachgebe und mich nicht so in die Pflicht nehmen lasse." Recht hat er.

Schließlich Tom.