Und, das muss man der Werbebanner-finanzierten AirDisaster.com lassen: Dem interessierten Fluggast wird reichlich Stoff fürs Auge, für die nächsten Albträume und künftige Flugangstattacken geboten. Mit qualmenden Flugzeugtrümmern im Busch von Guadeloupe und Jets, die brennend, kopfüber und in Farbe abstürzen, ist die so genannte Fotogalerie bestens bestückt: 573 Bilder von 218 Unfällen sind anklickbar und bei Interesse als Desktop-Hintergrund kopierbar. Das Schönste: Wer sich noch einmal das ursprüngliche Äußere der Flugmaschinen anschauen möchte, besucht die "Pre-Crash-Photo-Gallery".

Der aktuelle Seitenaufmacher berichtet vom Absturz einer B 737 der Thai Airways am 3. März 2001 in Bangkok. Feuer an Bord, Notlandung, Crash, eine tote Stewardess, sieben Verletzte. Eine Bombe für den thailändischen Ministerpräsidenten, der für den Flug gebucht war, wird als Ursache des Unglücks nicht ausgeschlossen. Das aktuelle Foto zum Event zeigt die Trümmer des Vogels, die zur Begutachtung in einer Halle abgelegt wurden. Unter dem Bild, in der Rubrik Aus der Geschichte ... findet sich ein Hinweis auf eine Sterling Airways Caravelle, die exakt vor 27 Jahren beim Landen auf dem Flughafen von Teheran crashte (15 Tote). Am linken Rand kann man neben dem erwähnten Fotoarchiv eine Sammlung von haarsträubenden Augenzeugenberichten, eine Top-100-Liste der schlimmsten Desaster und eine Sammlung von Absturzvideos anklicken (einschließlich des bekannten Amateurfilmchens von der brennenden Concorde in Paris).

Wer jetzt noch nicht bedient oder genügend erschüttert ist, besucht die Sammlung von Mitschnitten geborgener Voice-Recorder. Zum Downloaden werden hier letzte Worte aus dem Cockpit angeboten. Das sind insofern Raritäten, weil diese eigentlich nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Hier hört man zum Beispiel eineinhalb Minuten lang gellende Männerstimmen und Sirenen, letzte Kommunikationsfetzen unmittelbar vor dem Absturz des Japan-Airlines-Fliegers, der 1985 kurz nach dem Start in Tokyo am Mount Osutaka zerschellte.

Natürlich weiß auch einer wie AirDisaster.com-Gründer Christopher Kilroy, dass seine Internet-Seiten nicht nur Piloten und Flugsicherungsspezialisten anziehen. Merkwürdigerweise fliegen auf solche Angebote besonders Menschen, die regelmäßig von Flugangst befallen werden. Für Flugangstphobiker und solche, die auf dem Weg sind, betreut eine Frau namens Amy ein Fear of Flying-Forum. Amy, selbst Betroffene (aber sie arbeitet daran), berät und ermutigt die bei ihr gelandeten Flugangstopfer nach Kräften. Die meisten kommen über den klassischen Leidensweg: "... habe alles versucht, Valium, Alkohol, Schlaftabletten, Musik, Lesen, trotzdem habe ich viermal die Woche einen Albtraum und denke 70 Prozent des Tages über abstürzende Flugzeuge nach."