Noch vor einem Jahr schienen die klassischen Filialbanken völlig aus der Mode gekommen zu sein. Die Zukunft hieß Online-Bank: Wertpapiergeschäfte rund um die Uhr, besser und billiger. Das Internet sollte es richten. Doch die Rechnung ging nicht auf. Verwundert stellten die Anbieter fest, dass die Zahl der reinen Online-Interessenten begrenzt ist und der Kunde mehr will als günstige Provisionen. Deshalb nun die überraschende Rolle rückwärts: Einst rein virtuelle Geldhäuser machen Filialen auf.

In 20 Städten will Comdirect demnächst vertreten sein. Dort können Kunden all die Geschäfte erledigen, die bislang nur im Internet möglich waren.

"Visibilität in der Fläche" nennt das Comdirect-Sprecher Andreas Bartels.

Natürlich heißt die neue Präsenz der Discountbroker - die sich stets als Avantgarde der Bankwelt fühlten - nicht etwa Geschäftsstelle oder Filiale, sondern "Broker-Shop".

Die DAB will ihren Kunden zeigen, dass bei ihr echte Menschen arbeiten.

Bereits fünf so genannte Flagship-Stores und sieben weitere DAB-Anlage-Center sind schon eröffnet. Und selbstverständlich gibt es auch einen wohlklingenden Namen für das neue Konzept: "Online meets Online".

Auch die Advance Bank - Tochter der Dresdner Bank und neuerdings Teil des Allianz-Imperiums - will mit bundesweit 25 Zentren für Vermögensberatung Flagge zeigen. Einzig Consors verweigert sich bislang dem Trend zur Ausbreitung in die Fläche.