Ums Sehnen geht es, nach anderem Licht, anderen Nasen, wenigstens anderem Geruch und Essen

schon Elias Canetti fand, Ferienlaune käme erst auf, wenn anderes Geld durch die Finger rutsche, solches, das uns wie Spielgeld anguckt. Herzklopfen an der Grenze wollen wir auch. "Haben Sie etwas zu verzollen?" Die Kinder gellen: "Neiiiin!" Ach, Ferien. Die Nerven müssen mit.

Schrankkoffer packen, Droschken ergattern, auf dem Bahnsteig verlorene Kinder wiederfinden, Mitfahrer ertragen, niemand hat das schöner aufgeschrieben als Hans Fallada: "Sommerfrische"(in ders.: Damals bei uns daheim. Erlebtes, Erfahrenes und Erfundendenes

Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin 2001

369 S., 17,90 DM). Heute hockt die Familie im Van, es wird "Schmoren vor München" gegeben, da fangen die auf der Rückbank besser mit dem Urlaub schon mal.

Claudia Schittek/Antje von Stemm: just play / spielend spielen (Sanssouci, Zürich 2001

150 S., 25,- DM, handlicher als Nientendo). Dazu rund 100 Vorschläge von Autobahn-Puzzle ("Nummernschilder zu Sätzen", HH NO 143 zu Hier Hausen Nur Ochsen) bis "Geduldspiele für Füchse", alles da von 2 bis 12 Mitspielern, familienpolitisch eine mutige Vorgabe. Oberschüler, die Anfahrenbremsengasgeben vertragen ohne Kotzen, dürfen lesen: Jules Verne: Zwei Jahre Ferien. (Ein Sturm verschlägt fünfzehn Internatsschüler auf eine unbekannte Insel. Roman