Bedauerlich, dass dies offenbar Ihr einziger Beitrag zu der von Gerhard Schröder entfachten Debatte um das "Wegschließen" von Kinderschändern und -mördern ist! Gemessen an dem verursachten Leid, der psychischen Qual der überlebenden Kinder - oft ein Leben lang -, erhalten die Täter ein lächerlich geringes Strafmaß. Herr Berner vertritt in zynischer Manier den Trend in unserer Gesellschaft, ein gewisses Mitgefühl statt den Opfern den Tätern zukommen zu lassen. Gewalt an Kindern wird praktischerweise evolutionsbiologisch legitimiert. Menschenverachtend, vom "Ausleben" eines "Jagdinstinktes" zu fabulieren, ein Kind gar mit "einem zarten Reh", das "erlegt, geschlachtet" wird, zu vergleichen! Perfide, die Besorgnis des Herrn Professor über "den Verstoß gegen die sexuelle Selbstbestimmung des Kindes".

Herr Berner befindet sich genau im Argumentationsstrang pädosexueller Kinderschänder, auch dann, wenn er sich über die offenbar bedauernswerten "Lehrer, Priester und Erzieher" auslässt, die "in hohem Maße Verführungen durch kindliche Reize ausgesetzt sind."

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie haben weder den Wunsch nach Sexualität (jedoch nach Zärtlichkeit und Körperkontakt, der mit Sex nichts, aber auch gar nichts zu tun hat!), noch verführen sie mit kindlichen Reizen.

Wenn Kinder beziehungsweise Mädchen sexualisiertes, "verführerisches" Verhalten an den Tag legen, weist dies auf einen vorangegangenen sexuellen Missbrauch hin.

Sabine Beuter, Gießen